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1927 gewannen die Architekten Otto Meier und Ernst Mumenthaler mit dem ersten normierten und modularen Schranksystem der Schweiz den Wettbewerb für zeitgenössisches Mobiliar, der anlässlich der Wohnausstellung «Das Neue Heim II» von den damaligen Gewerbemuseen Zürich und Winterthur sowie der Zürcher Ortsgruppe des Schweizerischen Werkbundes ausgeschrieben wurde.
Mit dem Möbelprogramm des sogenannten Typenmöbels sollte auf Unnötiges verzichtet und eine rationelle, fachgerechte Herstellung angestrebt werden. Ziel der Entwürfe waren schlichte, solide und günstige Möbel, die zunächst aus Tischlerplatten gefertigt und – zur einfacheren Bodenreinigung – auf Stahlrohrfüsse mit Holzzapfen gestellt wurden. Zwei nebeneinander liegende Wäschestapel definierten die Schrankbreite von 84 cm. Alle weiteren Masse wurden auf diesem funktionellen Grundmass aufgebaut, um die zusätzlichen Möbeltypen (Kommode und Bücherregal) kombinierbar zu machen.
1935 erfolgte die Weiterentwicklung durch Otto Meier und Elisabeth Bernasconi-Meier zum Drei-Kantstabil-Schrank Typ 1. Hier wurde aufgrund der ökonomischen Situation und des Materialmangels in den 1930er Jahren die massive Tischlerplattenkonstruktion durch eine Leichtbauweise ersetzt: eine Rahmenkonstruktion aus Dreikanthölzern wurde mit Sperrholz beplankt, Tablare aus Sperrholz hergestellt. Dies ermöglichte bei gleichbleibender Stabilität eine Reduktion des Materialverbrauches, des Gewichtes und des Preises. Elisabeth Meier-Bernasconi stellte diesen Typus in kleiner Auflage in der hauseigenen Schreinerei in Riehen her.
Nach einer ersten Begegnung mit Mario Meier (Sohn von Otto Meier und Elisabeth Meier-Bernasconi) und seiner Tochter Nora, führte uns Jahre später der Zufall ein weiteres Mal mit Nora zusammen und unser Vorschlag, den Schrank neu aufzulegen, fand Gefallen.
Mumenthaler Meier, 1925
Adaptierte Neuauflage Serie Grimsel, 2021
2020–2021: Tischlerei Bereuter, Bregenzerwald
ab 2022: B4 Möbel GmbH, Basel
H 167 × 84 × 50 cm